Nettetal/Odessa. Auf einer ungewöhnlichen Reise befindet sich derzeit Ursula Esch. Die Lobbericherin hat sich vor kurzem auf eine fünfwöchige Rundfahrt mit ihrem Wohnmobil durch Polen, die Ukraine (runter bis Jalta) über Moskau, St. Petersburg bis nach Helsinki gemacht.
Insgesamt legt die neunköpfige Gruppe in dieser Zeit 6.000 Kilometer zurück. Auf ihrem Weg müssen die Teilnehmer so manches Hindernis überwinden, denn „keiner aus der Gruppe kann kyrillisch lesen oder russisch sprechen“, so die Lobbericherin.
Ursula Esch entschied sich aus zwei Gründen für die Teilnahme an der Fahrt. Zum einen wollte sie Russland, das sie durch mehrere Besuche in Elektrostal - die Stadt hat eine Schulpartnerschaft mit der Liebfrauenschule in Mülhausen - schon etwas kannte und liebte und durch die Durchfahrt besser kennenlernen wollte. Der zweite wichtige Grund ist der Besuch der letzte Ruhestätte ihres Onkels, Josef Thielen. „Bereits 1999 hatte ich bei der Kriegsgräberfürsorge eine Nachfrage gestellt, aber damals wurde mir wenig Hoffnung gemacht, dass man da noch etwas finden könnte“, erinnert sich Esch.
Als sie im vergangenen Herbst von der Reise las, die sie jetzt angetreten hat, erkundigte sie sich noch einmal im Internet. Und siehe da: Ihr Onkel wurde auf den neuen, 1996 eröffneten Deutschen Soldatenfriedhof, umgebettet.
„Am 9. Mai feierte man in der Ukraine den Tag der Befreiung vor 65 Jahren und am 12. Mai stand ich endlich am Grab meines Onkels. Am Friedhofseingang steht: „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“ (Albert Schweitzer) Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich bin froh, dort gewesen zu sein“.
Als Erinnerung an seine Heimatstadt hinterließ Ursula Esch eine getrocknete Rose aus Lobberich am Grabstein. Am Ende ihrer Reise in Helsiniki betritt die Lobbericherin die Fähre nach Travemünde und fährt wieder zurück in ihr geliebtes Lobberich .