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Schnitzler prangert Missbrauchsfälle an
Freitag, 9. April 2010, 10:45 Uhr

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GN-REDAKTION


Kategorie: Nettetal, Grenzland, Startseite

Nettetal. Heftige Kritik an den Fällen von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche übte Benedikt Schnitzler in seiner Osterpredigt: Als „verabscheuungswürdig und pervers“ prangerte der Pfarrer von St. Clemens in Kaldenkirchen „das Vergehen von Klerikern und anderen in der Kirche an Kindern und Jugendlichen“ an.


Ebenso klar forderte er von der Kirchenleitung Distanzierung und „eindeutigere Stellungnahmen“ und bedauerte: „Einige Bischöfe trauen sich wohl nicht, weil ständig drei Kameras um sie herum sind.“

Schnitzler nahm das Osterfest zum Anlass, der Verunsicherung vieler Katholiken entgegen zu treten, weil „die Kirche in einer tiefen Krise“

stecke: Der Kirche werde zwar vorgeworfen, sie halte sich selbst nicht an den hohen moralischen Anspruch, den sie nach außen hin vertrete. Aber es gebe eben auch anderswo Missbrauchsfälle, das werde vielfach übersehen. Deshalb sei es unfair, vorschnell dafür nur „die Kirche an Kreuz zu nageln“; zudem sei auch sie ein Gebilde aus Menschen mit all ihren Fehlern.

„Die Auferstehung Jesu

Christi gibt uns die Richtung vor“, mahnte der Pfarrer: Ostern sei für Christen der Wegweiser, Trost, Hoffnung und Zuversicht im Leben zu gewinnen. Gerade der Glaube an die Erlösung könne helfen, Orientierung zu finden in Phasen menschlicher Schwächen. Der widerliche Skandal um die Missbrauchsfälle sei Warnung, sich fester am christlichen Glauben zu orientieren.

Das Bistum Aachen hat inzwischen eine Dokumentation der rechtskräftig verurteilten Fälle von sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche erarbeitet. Insgesamt gab es im Bistum in der Zeit von 1953 bis 2000 sieben Fälle mit strafrechtlicher Verurteilung von Priestern. Fünf der verurteilten Priester waren nach Verbüßung ihrer Strafe unter strengen Auflagen wieder im kirchlichen Dienst tätig. Nach den aktuell geltenden diözesanen Bestimmungen würden sie heute keinen neuen kirchlichen Auftrag erhalten.








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