Corona und die Schule: Probleme und Zukunftsängste

Bedauerlicherweise hat das Jahr 2021 genauso begonnen, wie das Jahr 2020 geendet ist – mit Distanzunterricht, Kontaktbeschränkungen und Lockdown. Schon recht früh stand fest, dass die Schüler mindestens bis Mitte Februar weiterhin im Distanzunterricht lernen müssen. Wechselunterricht ist erst einmal lediglich für die Abiturienten geplant.

Der Bedarf an Nachhilfe wegen Corona steigt so weiterhin massiv an, denn viele Schüler werden durch den Distanzunterricht abgehängt und schaffen es nicht mehr, selbstständig, den versäumten Lehrstoff aufzuholen. Welche Probleme durch Corona im Bereich der Schule im Detail entstehen, zeigt der folgende Beitrag.

Probleme in der Bildung und der Persönlichkeitsentwicklung

Den Beschluss von Bund und Ländern, die Schulen weiterhin aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen zu halten, begrüßen viele Lehrerverbände. Allerdings sorgt der weitere Distanzunterricht bei Eltern, Schülern und Lehrern für Unmut und stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen.

Viele Lehrkräfte befürchten, dass die Persönlichkeitsentwicklung und Bildung der Kinder durch die aktuellen Maßnahmen enorm leiden. Dies gilt besonders für die Kinder, die nur wenig Unterstützung durch ihr Elternhaus erwarten können.

Eltern fordern Veränderungen

Daneben ist allerdings auch ein Großteil der Eltern alles andere als zufrieden mit dem Distanzunterricht. In vielen Fällen würde im Unterricht aus der Ferne das Didaktische fehlen. Die Schüler könnten dadurch an ihren weiterführenden Schulen oder in ihrem späteren Berufsleben massive Nachteile erleben.

Allerdings werden die Versäumnisse in diesem Bereich nicht den Schulen zugeschrieben, sondern vor allem dem Kultusministerium. An den Bayerischen Landtag wurde aus diesem Grund bereits eine Petition gerichtet, die fordert, die Inhalte des aktuellen Lehrplans zu reduzieren und die Schulen zeitnah für den Einsatz von digitalen Unterrichtsmedien auszustatten. Eine weitere Forderung besteht darin, bessere Hygienekonzepte und Luftreiniger in den Schulen zu etablieren, sowie die Lehrkräfte regelmäßigen Corona-Tests zu unterziehen.

Der momentane Alltag gestaltet sich für viele Eltern äußerst belastend. Besonders Alleinerziehende oder Haushalte, in denen mehrere Kinder betreut werden müssen, sind kaum noch in der Lage, den aktuellen Herausforderungen standzuhalten.

Großes Optimierungspotential bei dem Distanzunterricht

Der Bayerische Elternverband äußert ebenfalls, dass viele Eltern durch den aktuellen Distanzunterricht an ihre Belastungsgrenze gebracht werden. Zwar wurden die technische Ausstattung und die Programme im Vergleich zu dem vergangenen Jahr bereits verbessert, allerdings besteht noch immer ein großes Optimierungspotential.

Mit dem Präsenzunterricht kann der Distanzunterricht so noch lange nicht verglichen werden. Besonders bei den Schülern, die nicht über die nötigen digitalen Zugänge verfügen, werden große Lernrückstände befürchtet. Einige Kinder können nur sehr schlecht oder überhaupt nicht durch den Distanzunterricht erreicht werden, beispielsweise, weil die benötigten Endgeräte nicht vorhanden sind oder zuhause kein W-Lan verfügbar ist.

Lernrückstände werden stetig größer

So werden die Lernrückstände besonders bei den Schülern, die ohnehin mit sozialen Benachteiligungen zu kämpfen haben, stetig größer. Ohne eine kompetente und umfangreiche Nachhilfe werden diese die Defizite, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind, kaum noch aufholen können.

Hinsichtlich eines wirklichen guten Online-Unterrichts sind vor allem die Lehrkräfte entscheidend. Die Qualität des Distanzunterrichts hängt zum Großteil davon ab, ob der jeweilige Lehrer technisch affin und engagiert ist. Dadurch ergeben sich jedoch große Unterschiede in der Unterrichtqualität. Die Versäumnisse der Vergangenheit im Bereich der Digitalisierung der Schulen zeigen sich nun erbarmungslos. Ein Ausgleich dieser Defizite ist nur durch den Einsatz persönlicher Mittel und einer extremen Motivation der Lehrkräfte möglich. Jedoch stoßen auch diese mittlerweile an ihre Grenzen.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

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