Kieferbruch: Die häufigste Fraktur im Kopfbereich

Ein Kieferbruch ist eine der schmerzlichsten und häufigsten Verletzungen im Gesicht. Die Medizin spricht von Kieferbruch, wenn Knochen des Oberkiefers (Maxillafraktur) oder Unterkiefers (Mandibularfraktur) verletzt sind.


Derartige Verletzungen treten oft bei Kontaktsportarten wie Kampfsport oder Eishockey auf. Jeder hat sicher schon einmal beobachten können, wie es auf dem Eis oder im Ring zugeht: Tritte oder Schläge an den Kopf des Gegners sind dort keine Seltenheit. Nicht nur beim Sport, andere Gewalttaten können ebenso zu einem Kieferbruch führen. Wird dabei der zahntragende Teil des Kiefers beschädigt, sind Verletzungen der Zähne oft nicht auszuschließen. Sind die Verletzungen zu schwer, ist eine Operation unumgänglich.

So ist ein Kieferbruch zu erkennen

Für eine vorläufige Beurteilung wirft der Arzt einen ersten Blick auf die Zähne und den Kiefer des Patienten. Ist es diesem unmöglich, die Zähne perfekt zusammenzubeißen oder sieht der Arzt eine deutliche Schiefstellung, ist der Verdacht eines Kieferbruchs gegeben. Hat der Patient Symptome wie starke Schmerzen und lose Zähne ist das ein weiterer Hinweis auf einen Kieferbruch.
Der nächste Weg des Patienten führt in die Röntgenabteilung. Das Röntgen ist für die Diagnose von sämtlichen Knochenbrüchen die beste Gelegenheit Frakturen zu erkennen. Anhand der Röntgenaufnahmen erkennt der behandelnde Arzt die Stärke der Beschädigung an den verletzten Knochen.

Sollte das Maß der Verletzung nicht richtig erkennbar sein, liegen deutliche Fehlstellungen der Zähne oder eine komplexere Verletzung vor, wird eine Computertomographie oder ein MRT angeordnet. Sie lassen weitere Beschädigungen am Knochen deutlich werden.

Fachärzte behandeln einen Kieferbruch

Patienten mit einem Kieferbruch wenden sich am besten an einen MKG-Chirurgen (Mund, Kiefer, Gesicht), zum Beispiel die Mund Kiefer Gesichtschirurgie in Oberhausen. MKG-Chirurgen sind auf Dentalmedizin qualifiziert. Sie kennen sich mit allen Bereichen des Kieferbruchs aus und übernehmen nicht nur die Behandlung des verletzen Knochens. Diese Fachärzte versorgen ebenso routiniert die beschädigten oder losen Zähne.

So sieht die Behandlung eines Kieferbruchs aus

Eine Erstversorgung hat möglichst innerhalb von 48 Stunden nach dem Unfall zu erfolgen. Der Umfang der Versorgung richtet sich nach der Schwere der Verletzungen. Die ersten Maßnahmen sind stets die Behandlung der Schmerzen sowie die temporäre Schienung. Sind allerdings Ober- und Unterkiefer stark geschädigt, ist eine Operation notwendig. In deren Verlauf wird die Bruchstelle versorgt, die Zähne gerichtet und die Funktion des Kiefers in Stand gesetzt. Angebrochene Knochen erfahren eine Fixierung durch eine Schiene, anschließend folgt die konservative Heilbehandlung.

Die Nachteile dieser Fixierung sind nicht unerheblich:

  • Feste Nahrungsaufnahme ist erst einige Wochen nach der OP möglich
  • Mundhygiene ist nicht in geläufiger Form möglich
  • Zahnfleischkrankheiten oder Zahnhalskaries wären die Folgen

Die modernere Art der Fixierung ist die Anbringung einer Miniplattenosteosynthese, deren Druck auf den Bruch die Heilung fördert. Die Platten werden während einer Operation unter Vollnarkose eingesetzt. Sofort nach der OP kann der Mund geöffnet werden. Unter Lokalanästhesie werden die Platten einige Monate später entfernt.

Die Genesung

Die Heilungsdauer lässt sich nicht genau voraussagen, sie richtet sich nach Art und Schwere der Kieferverletzung. Es könnte Komplikationen bei der OP gegeben haben oder der Patient hat sich entsprechend seiner Verletzungen nicht an die Empfehlung seines Arztes gehalten. Beides könnte die Heilungsdauer negativ beeinflussen. Weiterhin sind eventuelle Infektionen nach einer Operation denkbar, die den Heilungsprozess verlängern würden. Läuft alles normal, ist eine Dauer der Heilungsphase mit vier bis sechs Wochen angegeben. Dann ist der Kiefer wieder normal belastbar.

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