Ist der Teilverkauf der eigenen Immobilie profitabel?

Immobilienbesitzer, die kurzfristig Geld zur freien Verfügung benötigen, konnten ihr Eigenheim stets als nötige Sicherheit nutzen, um bei Banken besonders günstige Zinssätze in Anspruch zu nehmen. Dies wird auch als Hypothekendarlehen oder Hypothek bezeichnet. Durch einige Unternehmen werden Verbrauchern nun noch simplere Angebote zugänglich gemacht.

Beispielsweise bieten die Firmen Engel & Völkers und Wertfaktor an, eine Immobilie nur zum Teil zu kaufen und dafür kurzfristig höhere Beträge zu zahlen. Diese Verfahren wird von den Unternehmen Liquid Home oder Immobilien-Teilverkauf genannt.

Jedoch stellen sich Immobilienbesitzer die Frage, ob der Teilverkauf einer Immobilie wirklich als attraktive Möglichkeit für sie geeignet ist.

Mietzahlungen durch den Immobilienbesitzer

Diejenigen, die ihre Immobilie im Zuge des Konzepts teilweise verkaufen, zahlen dem jeweiligen Unternehmen dafür eine monatliche Nutzungsgebühr. Dieses Entgelt gestaltet sich umso höher, je wertvoller das Objekt und je größer der Anteil ist, der verkauft wird. Für eine Immobilie mit dem Wert von 500.000. Euro, von der 20 Prozent veräußert werden, werden pro Monat so beispielsweise rund 242 Euro fällig.

Wichtig zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass die „Mieter“ der Immobilie nach wie vor sämtliche Kosten für Instandhaltungen und Investitionen selbst tragen müssen.

Was passiert bei einem späteren vollständigen Verkauf?

Doch was passiert, wenn im Vorfeld ein Teil der Immobilie verkauft wurde, das Objekt jedoch zu einem späteren Zeitpunkt vollständig an einen Dritten verkauft werden soll? Einige der Unternehmen sehen vor, dass diese abhängig ihres Anteils an dem Verkauf beteiligt werden. Jedoch können in diesem Zusammenhang auch weitere Kosten auftreten, beispielsweise in Form eines sogenannten Durchführungsentgeltes, welches wiederum 6,5 Prozent des Verkaufspreises beträgt.

Darüber hinaus sichern sich die Unternehmen, die eine Immobilie zum Teil kaufen, ebenfalls vor einem Wertverlust des Objektes ab. Bei einem späteren vollständigen Verkauf sehen die Verträge vor, dass das Unternehmen zumindest seine investierte Summe zuzüglich 17 Prozent der Nebenkosten zurückerhält.

Beschränkung des Anteils und des Auszahlbetrages

Außerdem kann der Anteil, der an das jeweilige Unternehmen verkauft wird, von dem Eigentümer der Immobilie nicht völlig frei bestimmt werden. So muss der Wert des Anteils mindestens 100.000. Euro betragen.

Maximal ist es jedoch möglich, 50 Prozent des Objektes zu veräußern. Der Wert der Immobilie wird dabei stets von einem Gutachter bestimmt, der von dem jeweiligen Unternehmen beauftragt wird.

Lohnt sich der Immobilien-Teilverkauf?

Ein Immobilien-Teilverkauf ist für jeden geeignet, der seine Rente durch einen größeren Betrag schnell aufbessern möchte.

Vornehmlich eignet sich das Modell für Senioren, die weiter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben möchten, was die Kombination mit dem Nießbrauch ermöglicht.

Genauso profitieren von dem Teilverkauf Leute, die mit ihrer Immobilie zu mehr Bargeld kommen möchten, den Besitz aber nicht verlieren wollen.

Im Vorfeld lohnt es sich, sich über folgende Fragen Gedanken zu machen:

  • Ist die Immobilie abbezahlt?
  • Soll die Immobilie weiterhin als zu Hause dienen?
  • Wie wichtig ist mehr finanzielle Freiheit?
  • Ist dafür nur eine teilweise Veräußerung der Immobilie/ Auszahlung des Immobilienwertes nötig?
  • Wie sieht es mit etwaigen Erben aus?

Ist hier Klarheit geschaffen besteht die Möglichkeit, sich professionell beraten zu lassen. Zusätzlich gibt es Tools wie Online-Rechner, um alle Optionen noch einmal auf den Prüfstand zu heben.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

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