Kondensator Mikrofon

Kodensator Mikrofon – das sollten Sie wissen

Seit seiner Erfindung Anfang des 20. Jahrhunderts ist das Kondensator Mikrofon aus der Musikproduktion nicht mehr wegzudenken. Für Solo-Gesangsaufnahmen werden meistens Großmembran Mikrofone verwendet, für Instrumente oder Choraufnahmen der kleine Bruder, das Kleinmembranmikrofon. Doch wie funktioniert eigentlich ein Kondensator Mikrofon? Und worauf sollte beim Kauf geachtet werden? Infos und Entscheidungshilfe sind in diesem kurzen Mikrofon Ratgeber zu finden.

Vom Schall zum elektrischen Signal

Heruntergebrochen besteht ein Kondensator aus zwei Parallelen Metallplatten, der Membran und der sogenannten ,,Gegenelektrode. Die Membran wird von Schallwellen bewegt, da die Gegenelektrode allerdings nicht mitschwingt verändert sich der Abstand zwischen den beiden und löst somit ein elektrisches Signal aus. Das Signal benötigt jetzt noch genug Energie um auch weiterverwertet werden zu können, diese wird über den Impedanzwandler zugeführt, welcher wiederum von der verbauten Phantomspeisung gefüttert wird. Das fertige Signal kann ab dort weiterverarbeitet werden.

Die Besonderheiten

Das Kondensatormikrofon hebt sich unter anderem durch seine akkurate Impulswiedergabe von den anderen ab, aber auch durch seine hohe Empfindlichkeit. Dieser Begriff kann eine bisschen irreführend sein, er meint keineswegs wie vorsichtig das Gerät gehandhabt werden muss, sondern eher wie ,,laut“ das Eingangssignal ist. Die Geräuschempfindlichkeit oder auch der Übertragungsfaktor werden meistens in Millivolt/Pascal angegeben, die durchschnittlichen Werte reichen normalerweise von 8 bis 32 mV/Pa. Die Tatsache, dass Kondensatormikrofone eine vergleichsweise hohe Empfindlichkeit haben sorgt dafür, dass man das Signal nicht mehr so sehr am Mischpult oder in der Produktion lauter gemacht werden muss.

Die meisten neueren Kondensator Mikrofone, vor allem die mit großer Membran, sind sehr rauscharm. Trotzdem ist dieser Wert bei einer Kaufentscheidung nicht außer Acht zu lassen. In der modernen Musikproduktion werden die Soundaufnahmen häufig mit einem Equalizer oder einem Kompressor weiterverarbeitet, niedriges Rauschen, insbesondere niedriges Eigenrauschen bietet mehr Spielraum um mit solchen Werkzeugen zu arbeiten.

Der Grenzschalldruckpegel ist heutzutage auch bei allen Kondensatormikrofonen auf einem sehr hohen Standard, um Verzerrungen zu vermeiden hilft ein Pegel von 130dB, realistisch gesehen gibt es allerdings im Studio nichts, was diesen Pegel erreichen würde, weswegen ein niedrigerer Wert auch vollkommen in Ordnung ist.

Reguläre Kondensator Mikrofone mit einem XLR Anschluss haben generell eine bessere Klangqualität und sind kostengünstiger als ihre USB-Zwillinge. Die Schnittstelle, welche man bei einem XLR Anschluss benötigt ist in einem USB-Mikrofon quasi schon verbaut. Das macht die Handhabung zwar einfacher, sorgt aber auch für den höheren Preis und schränkt die Möglichkeiten in der Produktion ein. Ein Audio Interface bietet die Möglichkeit an der Aufnahme zu schrauben, bevor sie weitergeschickt wird. Zudem bezahlt man nur einmal mehr und macht somit ein eventuelles Upgrade in der Zukunft einfacher und günstiger. Für Zwecke wie beispielsweise einen Podcast ist ein USB-Mikrofon vollkommen ausreichend. Für ein Heimstudio ist es ratsam in ein Mischpult oder Audio-Interface zu investieren.

Wer sich für ein Mikrofon entschieden hat investiert am besten auch noch in ein Stativ, eine Spinne und einen Popfilter. Der Popfilter wird vors Mikrofon gespannt und sorgt dafür, dass die ausgestoßene Luft bei Plosivlauten keinen Einfluss auf die Aufnahme hat. Die elastische Spinne verhindert, dass beispielsweise Trittschall auf der Aufnahme zu hören ist.

Zudem ist für eine gute Aufnahmequalität auch eine gute Schallisolierung des Studios wichtig. Eine Isolierung reduziert nicht nur Hall, sondern auch Hintergrundrauschen.

Fazit

Kleinmembran Mikrofone geben den Sound häufig deutlich akkurater wieder, während die Großmembran Mikrofone durch ihre Bauweise den Input meistens, wie man es aus Musikproduktionen gewohnt ist, breiter und größer wirken lassen. Es gibt zwar einige messbare Kriterien mit denen man die Qualität messen kann (oder frühzeitig unpassende Optionen ausschließen), aber im Endeffekt zählt eine Sache am meisten: Geschmack. Jedes Mikrofon ist unterschiedlich und man sollte sich auf jeden Fall auf guten Kopfhörern oder Boxen ein paar Soundbeispiele anhören bevor man eine Kaufentscheidung trifft.

(Bilderquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

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