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Tierischer Bus-Ausflug
Freitag, 25. Juni 2010, 10:39 Uhr

von:

GN-REDAKTION


Kategorie: Grenzland, Nettetal, Brüggen

Schaag/Bracht. Warum sie so gerne Bus fährt oder was sie an Busfahrer Heinz Janssen mag – das wird wohl das Geheimnis der kleinen Spitz-Dame bleiben. Heinz Janssen jedenfalls, seit 21 Jahren auf Bussen der Kraftverkehr Schwalmtal am Niederrhein unterwegs, hatte am Dienstagmorgen ein Dejà-Vu. Als er pünktlich um 6.07 Uhr die Haltestelle Hubertusplatz in Schaag ansteuerte, stand sie einfach da und wollte mit.



Foto: Heike Ahlen

„Der Hund ist vor gut anderthalb Jahren schon mal mit mir unterwegs gewesen“, erzählt Janssen später. „und er ist auch in Schaag eingestiegen. Allerdings ein bisschen später am Tag.“ Damals fädelte er kurzerhand einen Schnürsenkel aus, und sicherte die Hündin damit im Bus. Eine ganze Runde bekam sie spendiert - bis nach Lobberich, wo er sie „auf dem Amt“ abgab.

Weil den Tierfreund - zu Hause in Sonsbeck warten drei Katzen und ein Hund auf ihn - das Schicksal seines Schützlings interessierte, erkundigte er sich später. „Mir wurde dann gesagt, der Hund sei aus Lobberich, habe aber einen Hundesitter in Schaag. Von da ist er dann wohl ausgebüxt.“ Deshalb war für ihn auch am Montag klar, dass der Hund, der die Menschensprache nicht beherrscht, gerne ein Ticket nach Lobberich hätte.

„Aber es war noch zu früh, das Rathaus hatte ja noch nicht auf.“ Deshalb beschloss er, Freunde und Helfer heranzuziehen. Die Polizei schickte einen Streifenwagen in Richtung der Linie 064, auf der Janssen unterwegs war.

„Die beiden Beamten waren super-nett“, sagt Janssen. „Aber als sie da ankamen, mit Drahtschlinge und langer Stange, da musste ich doch erstmal lachen.“ Das sei nicht nötig, habe er gesagt. „Der ist doch ganz lieb.“ Nach einem kurzen Ausbruchsversuch aus dem Halsband - als Leine diente diesmal der Gürtel des Busfahrers - ließ sich die Spitzin dann auch friedlich in den Streifenwagen bugsieren.

Allerdings passte es ihr nicht, dass Busfahrer und Beamte ihr den Platz auf dem Rücksitz zugedacht hatten. Sie nahm mit einem Satz auf dem Beifahrersitz Platz und verbannte den Polizisten von seinem angestammten Platz nach hinten.

Im Lobbericher Tierheim musste sie nicht lange auf ihre Abholung warten, erleichterte Besitzer schlossen die reiselustige Dame in die Arme.

Die Frage, ob sein langjähriger Angestellter nun mit Konsequenzen rechnen müsse, weil er wissentlich eine Schwarzfahrerin befördert habe, beantwortet Busunternehmer Elmar von der Forst lächelnd: „Da gab es kein Vergehen. Hunde werden auf den Strecken des VRR, die wir bedienen, grundsätzlich kostenlos befördert.“

Dann wird die nächste Bustour der reiselustigen Lobbericherin wohl nicht wieder fast zwei Jahre auf sich warten lassen. Sie muss nur wieder den richtigen Bus bekommen. Ab heute ist Heinz Janssen erstmal wieder auf einer Linie in Krefeld im Einsatz.








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