Lobberich. Die Welt ist ein Dorf. Angesichts von Mails, Internet, Telefon, Flugzeuge und Fernsehen können Menschen überall auf der Welt problemlos in Kontakt treten.
Aber lernt man sich bei solchen Kontakten wirklich kennen? Erlebt man wirklich wie Menschen am anderen Ende der Welt wirklich leben? Mit dieser Frage setzt sich der Schulwettbewerb „Eine Lebensweltmeisterschaft“ vor dem Hintergrund des auf Welt geltenden Hobbys Fußball auseinander.
Angeregt durch ihren Klasenlehrer Hans-Josef Linssen bewarb sich auch die Klasse 9a des Werner-Jaeger-Gymnasium im vergangenen November um eine Teilnahme am Wettbewerb. Mit ein wenig Losglück, schafften es die WJGler aus 100 Bewerbern unter die 30 Teilnehmern. Ihnen wurde das Land südostafrikanische Malawi zugeteilt. „Zu Beginn hatten wir zugegebenermaßen wenig Ahnung vom Land“, erklärt Deborah Renkens, die gemeinsam mit Rainer Landwehrs die Projektleitung übernahm. Eingeteilt in verschiedene Gruppen machten sich die Schüler daran, mehr über Land und Leute zu erfahren. Schnell wurde deutlich, Malawi gehört zu den drittärmsten Ländern der Welt, die Kindersterblichkeit liegt bei einem Jahr und es herrscht eine hohe Kriminalitätsrate. Die Kontaktgruppe versuchte über das Internet und die Deutsche Botchaft in der Haupstadt Lilongwe in Verbindung mit Jugendlichen in Malawi zu treten, was sich jedoch als schwierig herausstellte.
Über eine Partnerorganisation gelangte man schließlich an wertvolle Informationen, die man zur Erstellung eines eigenen Plakates verwenden konnte. Darüber hinaus schrieb die Klasse einen Song, den Sängerin Lena Becker zur Melodie von „Lady in Black“ im Musikraum einspielte. Alle gesammelten Informationen wurdem zudem auf eigenes erstellten Internetseite zusammengetragen.
Obwohl die Klasse wöchentlich zwei Stunden im Unterricht am Projekt arbeitete, „haben alle Schüler einen Großteil ihrer Freizeit für den Wettbewerb geopfert“, wie Klassenlehrer Linssen nicht ohne Stolz feststellt. Der zweite Teil des Wettbewerbes bestand aus der Teilnahme an Vorrunde und Qualifikationsrunde in der Sportschule Wedau in Duisburg, welchen die die Schülerinnen und Schüler der 9a als beste „Fußballklasse“ von NRW absolvierten.
Zur Endrunde reist die 9a nun vom 9. bis 11. Juni nach Kiel, um dort gegen die Gewinner aus den anderen Bundesländern anzutreten. Die Fahrt samt Übernachtung zahlen die Schüler aus der eigenen Tasche. „Natürlich hoffen wir jetzt auf den Sieg“, so Lehrer Linssen. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen. Weitere Informationen unter www.lebensweltmeister.de.
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