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Will Bistum Aufklärung?
Mittwoch, 12. Mai 2010, 13:59 Uhr

von:

DANIELA VEUGELERS


Kategorie: Startseite, Nettetal, Grenzland

Nettetal. Bisher hatte das Bistum Aachen in sämtlichen Stellungnahmen betont, dass es großes Interesse an einer „möglichst lückenlosen Aufklärung“ im Fall von Pfarrer Georg Kerkhoff hat.


Doch die Taten des Bistums sprechen derzeit eine ganze andere Sprache: Bereits Ende vergangenen Monats hatte Johannes Heibel von der Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern in einer Mail das Bistum nachdrücklich aufgefordert, in Bezug auf Pfarrer Georg Kerkhoff mit seiner Organisation zusammen zu arbeiten. Doch bis heute ist nichts geschehen.

Wie bereits berichtet, hatte Pfarrer Kerkhoff in der letzten Woche eingestanden, Kinder sexuell missbraucht zu haben und sich selbst angezeigt. Hintergrund von Heibels Vorstoß war die Auskunft einer Kirchenmitarbeiterin, dass sich bis heute Mitarbeiter und auch Gemeindemitglieder aus dem Bistum nicht trauen, zu reden. „Sie befürchten massive Sanktionen und halten sich aus diesem Grunde noch immer zurück“, bestätigt Heibel.

Zudem scheinen viele kein Vertrauen zu Ansprechpartnern im kirchlichen Umfeld zu haben. „Indem Sie eine allgemeine Erlaubnis zum Reden erteilen, könnte dies der Schlüssel zur umfangreicheren Aufklärung sein“, fordert Heibel. Besonders delikat ist diese Forderung, da Heibel ein anonymer Brief erreichte, in dem es um Kerkhoffs Wirken in der Pfarrgemeinde Kempen geht. Doch anstatt mit Heibel zu sprechen, veröffentlichte Bistumssprecher Franz Kretschmann eine Presseerklärung mit teils unwahren Behauptungen. So wurden nicht nur einer - wie vom Bistum behauptet - sondern nachweislich zwei Fälle des Verdachts auf sexuellen Missbrauch angezeigt.

„Geben Sie mir bitte umgehend eine Antwort darauf, ob Sie nun im Interesse einer lückenlosen Aufklärung bereit sind, mit uns zusammen zu arbeiten oder es lieber vorziehen, wie gehabt, weiter vor sich hin zu wurschteln“, schreibt Heibel an Kretschmann. Hinterfragt werden muss die Rolle der Kirche auch, was die generelle Informationspolitik anbelangt. So wurde Pfarrer Kerkhoff von seinem Dienst in der Kirche von Johannesburg erst drei Monate nach einer Anzeige bei der Polizei wegen vermeintlicher Übergiffe auf mehrere Jungen in einem Kommunions-Vorbereitungscamp im März 2008 freigestellt. Zuvor hatte das zuständige Generalvikariat versucht, abzuwiegeln. In dieser Zeit sahen sich die betroffenen Familien zahlreicher Angriffe innerhalb der Gemeinde ausgesetzt, wie die GN jetzt aus dem Umfeld der betroffenen Familien erfuhren: „Durch diese Tat wurde die Situation für die betroffenen Familien noch belastender.“

In Deutschland wurde der Fall erst über ein Jahr später bekannt. Bis heute bestreitet der Pfarrer die Vorwürfe. Der Prozess in Südafrika soll am 21. Juni fortgesetzt werden.








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