Nettetal. „Es geht jetzt mit großen Schritten voran“, verkündete am Mittwoch die Technische Beigeordnete der Stadt Susanne Fritzsche bei der Vorstellung der Maßnahmen zur Ortskernsanierung, die zu einem edleren, modernen Ortsbild in Lobberich führen soll.
„Die kommenden Maßnahmen sind nur durch eine Vollsperrung durchzuführen“, so Hans-Josef Thamm vom Geschäftsbereich Abwasser der NetteBetriebe. Um Emissionen und Erschütterungen zu vermeiden, wird die Fahrbahndecke von der Einmündung Marktstraße bis zur Breyeller Straße aufgefräst.
Zunächst werden in 50-Meter-Abschnitten sukzessive die Kanalanschlüsse erneuert. Zurzeit gibt es dort für Regen- und Schmutzwasser noch zwei Kanäle, zukünftig wird es nur noch einen Mischwasserkanal geben, da bereits Teilstücke vor Jahren auf ein Mischsystem umgestellt wurden. Nach der Entkeimung werden dann die Hausanschlüsse angebunden. „Wenn alles funktioniert, sind bis Ostern alle unterirdischen Maßnahmen abgeschlossen“, teilte Fritzsche mit. Angrenzend an den bereits neugestalteten Teil des Marktplatzes an der Markstraße wird in Richtung Hochstraße bis zur Düsseldorfer Straße dann die Gestaltung der Straße ausgeführt.
„Das Ziel ist, die Innenstadt selbstbewusster darzustellen. Wenn wir nichts tun, bröselt es in Lobberich weiter“, meinte Susanne Fritzsche zu den gestalterischen Maßnahmen. Die gesamte Straßendecke wird auf ein Niveau gebracht, farblich soll durch Pflastergestaltung auch für ältere Menschen und Kinder der Übergang zum Fahrradweg und zur Straße gut erkennbar werden. Die Fußgänger werden mehr Raum erhalten, ein fünf Meter breiter Weg soll Fußgängerzonencharakter vermitteln und den Geschäftsleuten ermöglichen, ihre Waren draußen zu präsentieren. Auch die Gastronomie wird ihre Tische einladend aufstellen können.
Der Blick auf die Fronten wird freigehalten, da zukünftig nur noch auf der Seite zum Ingenhovenpark geparkt werden darf. Durch Poller soll wildes Parken am gegenläufigen Fahrradweg vermieden werden. Zusätzlich bis zu 500 Parkplätze werden zukünftig durch den Neubau des Kauflandgeländes entstehen. Um den Baustellenbereich umfahren zu können, werden detaillierte 1,60 Meter-große Hinweisschilder am Fenland- und am Caudebec-Ring platziert.
Die Verkehrsführung wird es aber ermöglichen, als Anlieger oder Anlieferer bis zum jeweiligen Baustellenabschnitt vorzufahren. Einen genauen Bauzeitenplan haben die Anlieger bereits erhalten. „Demnächst werden wir nochmal mit den Anliegern sprechen, wie sich die Nutzer präsentieren wollen“, bezog sich Fritzsche auf das geplante einheitliche Bild der Innenstadt. Bänke, Beleuchtung und selbst die Papierkörbe werden abgestimmt.
„Wir würden uns wünschen, mit Fördermitteln auch die Fußgängerzone in den nächsten zwei bis drei Jahren anpassen zu können. Sie entspricht nicht mehr dem heutigen Zeitgeist.“ Die Lobbericher und die Besucher der Stadt dürfen gespannt sein, Schmuddelimage ist passé, jetzt wird es edel und einladend - auch für den Einzelhandel. Fritzsche: „Wir können gute Rahmenbedingungen schaffen, Geschäfte anzusiedeln.“ Für den Übergang wird alles getan, die Bauphase gut durchzustehen. Rollrasen soll auf den Fußwegen zu den Geschäften verlegt werden, um Verschmutzungen zu vermeiden solange keine feste Oberfläche vorhanden ist.