Hinsbeck. 2011 veranstalten die Städte Mönchengladbach, Krefeld und Viersen zusammen mit weiteren Co-Partnerkommunen, wie zum Beispiel Nettetal, die 25. Criminale, mit rund 180 Gastautoren das größte deutschsprachige Krimifestival.
Über 100 Veranstaltungen und öffentliche Termine werden gut 10.000 Besucher anlocken und eine umfassende Medienresonanz hervorrufen.
Bereits im Vorfeld sind Veranstaltungsreihen und Publikationen geplant, die auf das kommende große Ereignis einstimmen und vor allem für eine weithin sichtbare spezifisch niederrheinische Prägung des Festivals sorgen. So werden Krimifreunde aus der Region und jenseits ihrer Grenzen eingeladen, den Niederrhein als an Erlebnissen und Lebensqualität reichen Kulturraum zu erfahren.
Eines der zentralen Projekte ist hierfür eine Sammlung von elf Kurzkrimis mit dem Titel „Natürlich der Gärtner! Niederrheinische Parks und Gärten als Krimi-Tatorte“, aus dem Krefelder Leporello-Verlag. Denn wie schon der Spruch „Der Mörder ist immer der Gärtner“ verrät, sind Parks und Gärten höchst beliebte Tatorte der Kriminalliteratur. So machte sich am vergangenen Freitag Horst Eckert, einer der bekanntesten deutschen Krimiautoren, auf in die Seenstadt, um für einige Stunden den Park von Schloss Krickenbeck als Tatort für seinen nächsten Kurzkrimi zu inspizieren.
Die Akademie Schloss Krickenbeck hat sich bereit erklärt, sich an diesem interessanten und originellen Projekt zu beteiligen. Eckert wird seinen Täter im Umkreis des Schlossgartens aktiv werden lassen und ließ sich zu diesem Zweck von Pascal Witthoff von der Akademie Schloss Krickenbeck, Ulrich Schmitter vom Verein Nettetaler Literaturtage und der Leiterin der NetteAgentur, Roswitha Karallus, zu potenziellen Tatorten führen.
Beim anschließenden Pressegespräch verriet der Düsseldorfer Krimiautor, dass er das Schloss aus seiner Zeit als freier Mitarbeiter des WDR von außen kennengelernt hatte. „Hier durch den Park zu gehen und vor allem diese Ruhe zu genießen, ist allerdings etwas ganz anderes“. Nach der ausführlichen Begehung, samt Rochuskapelle, schätze er den Park als „Juwel am Niederrhein“ noch mehr„ und dass es schöne Plätz für viele Tote gibt“.
Bereits vor seiner Anreise hatte sich der Krimiautor ein grobes Konzept für seinen Krimi überlegt, so dass er sich den Park gezielter anschauen konte. „Eine Figur in dem Krimi ist ein Fotograf, der den Park in schöne Bilder bannt“, verriet Eckert. Mehr wollte der Düsseldorfer allerings noch nicht über den 30-seitigen Kurzkrimi verraten, außer „dass ich die Geschichte schon auf drei Seiten skizziert habe“. In den kommenden Wochen soll die Arbeit an dem Krimi fertiggestellt sein, denn bereits im Mai kommenden Jahres erscheint dann im Leporello-Verlag eine Anthologie mit den Krimis, die relativ zeitnah im Rahmen einer Lesung den Krimifreunden vorgestellt werden. Das bedeutet, die Netetaler dürfen sich im kommenden Frühjahr auf eine Lesung von Horst Eckert auf Schloss Krickenbeck freuen.
Im Schloss überlegt man derzeit ob man die regelmäßigen Schlossführungen nach Erscheinen des Buches in Krimiführungen umwandeln soll. Bis es soweit ist, wird der Verein Nettetaler Literaturtag, der die Kooperation Eckert und Schloss Krickenbeck angeregt hatte, weiter an tollen Lesungen im Rahmen der Criminale für die Seenstadt arbeiten.