Nettetal. Die Autobahnschilder in der Grenzstadt schicken immer wieder LKWs in die Irre. Aber ob die Vorschläge des Landesbetriebs da weiterhelfen? Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung stimmte der Haupt- und Finanzausschuss, nach fünf Jahren Bedenkzeit, größtenteils dem Vorschlag des Landesbetrieb Straßenbau zu.
Dieser hatte sich bereits 2005 im Auftrag des Bundes Gedanken über neue Schilder an der Autobahn 61 gemacht: Breyell und Kaldenkirchen sind damit gerettet, alle weiteren Ausfahrten heißen Nettetal mit dem Zusatz der Himmelsrichtung.
So wird aus der Anschlussstelle „Kaldenkirchen-Süd“ demnächst „Nettetal-West“. Das dürfte die meisten Autofahrer verwirren.
Denn nachdem der ortsunkundige Autofahrer aus Richtung Viersen nach „Nettetal-Süd“ gefahren ist, geht es weiter nach „Kaldenkirchen-Süd“ und dann wieder nach „Nettetal-West“ - was nebenbei bemerkt im Kaldenkirchener Süden liegt. Wen wundert es dann, dass bei der ersten Vorstellung der Vorschläge im Jahr 2005 manch einer sogar von „ausgeprägtem geografischen Schwachsinn“ sprach, den der Landesbetrieb dort verzapft habe.
Noch verwirrender präsentiert sich künftig die Autobahnbeschilderung für die Autofahrer aus Richtung Venlo kommend. Nachdem sie vorbei sind an Nettetal und Kaldenkirchen, kommen sie sogar an der Ausfahrt „Breyell“ vorbei, bevor sie wieder nach Nettetal fahren.
Eigentlich sollte alles einfacher werden, doch durch den Bau einer vierten Anschlussstelle zwischen Kaldenkirchen und Schwanenhaus wird alles noch verwirrender. Die neue geschaffene Abfahrt ins grenzüberschreitende Gewerbegebiet VeNeTe soll nach dem Willen der Politiker „Grenzübergang Grenzwald“ heißen. Angesichts solcher geographischer Kapriolen schienen die meisten Politiker kapituliert zu haben, die Gegenwehr war gering.